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Windows 2000 im Netzwerk
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Index
Unterabschnitte
Zur Beibehaltung der Rückwärskompatibilität mit älteren
Microsoft-Sytstemen unterstützt W2K immer noch die NetBIOS (über
TCP/IP, auch NetBT) Namensauflösung im Netzwerk. Auch hier darf ein
Rechnername im Netzwerk nur einmal vorkommen. Er kann jedoch für einen
einzelnen Compter gelten oder auch für eine ganze Gruppe (sogenannter
Scope, der aber selbst von Microsoft nicht empfohlen wird). Daneben
können für einen einzelnen Rechner verschiedene NetBIOS Namen vergeben
werden, die verschiedene Dienste darstellen, die auf diesem Rechner
laufen. Das System ist in
dieser Hinsicht mit dem DNS-System
vergleichbar. Die Registrierung der Rechnernamen und somit die
Abbildung auf IP- (bzw. MAC-Adressen) kann hier verschiedene Arten
erfolgen.
- Namenscache
- Jeder Rechner baut einen eigenen Cache auf, in dem
das Mapping von NetBIOS Namen auf IP-Adressen festgehalten wird.
Diese Methode der Namensauflösung ist die schnellste, da sich der
Cache komplett im Speicher befindet. Um die Einträge im Namenscache
zu überprüfen wird der Befehl nbtstat -c genutzt. Diese
Art der Namensauflösung wird unabhängig von der Konfiguration
zuallererst durcheführt.
- Broadcast
- Ein neu ins Netzwerk eingefügter Rechner versendet
einen Broadcast im Netzwerksegment. Hiermit teilt er allen Rechnern
mit, welchen Rechnernamen er belegen möchte. Falls kein anderer
Rechner im Netz diesen Namen belegt hat, bekommt er von allen
anderen Rechnern eine Bestätigung in der ihm die Namen der anderen
Rechner mitgeteilt werden. Diese fügt er in seinen lokalen Cache
ein. Falls ein Rechner diesen Namen schon belegt hat, bekommt er von
diesem eine negative Rückmeldung. Die neue Maschine gibt eine
Fehlermeldung aus, aus der zu erkennen sein sollte, daß der Name
schon vergeben ist.
- LMHOSTS
- Mit Hilfe der Datei
%SYSTEMROOT%\system32\drivers\etc\lmhosts kann eine statische Namensauflösung festgelegt werden.
Hier werden die die Rechnernamen den IP-Adressen zugeordnet. Diese
Art wird z.B. genutzt, wenn sich einige Rechner in anderen
Netzwerksegmenten befinden und daher keine Auflösung per Broadcast
erfolgen kann.
- WINS-Server
- Im Netzwerk wird ein sogenannter WINS-Server
eingesetzt, der ähnlich einem DNS-Server die Namensauflösung
vornimmt. Die IP-Adresse des Wins-Servers wird auf den
Client-Maschinen in der IP-Adresskonfiguration festgelegt, bzw. bei
der Adressfestlegung mittels DHCP übermittelt.
- Statisches Mapping
- Auf dem WINS-Server kann zusätzlich noch
ein statisches Mapping von IP-Adressen auf Rechnernamen erfolgen.
Dieses bietet sich dann an, wenn die Namen von Clients aufgelöst
werden sollen, die keine Clients dieses WINS Servers sind.
Die Freigabe erfolgt automatisch, falls der Rechner ordnungsgemäß
heruntergefahren werden kann.
Die einzelnen
Rechner, die auch Konten oder Nodes genannt werden können zur
Namensauflösung auf unterschiedliche Arten konfiguriert werden. Der
sogenannte Knotentyp legt fest, auf welche Art die Namensauflösung bei
der jeweiligen Maschine erfolgt. Die Einstellungen erfolgen in der
Regel automatisch, können jedoch in der Registry (unter dem Schlüssel
...NodeType) editiert werden oder dem Client in der DHCP
Konfiguration übergeben werden.
-
- b-Knoten
- Die Namensauflösung erfolgt allein über
Broadcasts. Dieser Knotentyp wird automtisch eingestellt,
falls sich kein WINS Server im Netzwerk befindet. Der
Registry-Schlüssel wird hierfür auf den Wert 1 eingestellt.
- p-Knoten
- Der Name wird mit Hilfe einer Point-to-Point
Verbindung zu einem WINS Server aufgelöst. Dieser Typ wird
automatisch eingestellt, wenn mindestens ein WINS Server im
Netzwerksegment vorhanden ist.
- m-Knoten
- Diese Einstellung kombiniert den B- und den P-Knoten
mit der Defaulteinstellung der Namensauflösung per Broadcast. Falls
der Name so nicht aufgelöst werden kann, wird eine Auflösung per
WINS Server versucht. Der Registryeintrag muß hierfür auf 4 gesetzt
werden.
- h-Knoten
- Beim h-Knoten (Hybrid-Knoten) erfolgt auch eine
kombinierte Auflösung der Rechnernamen. Allerdings ist hier die
Defaulteinstellung die WINS Auflösung. Der Schlüssel in der Registry
wird hier auf 8 gesetzt.
Der h-Knotentyp wird auf einer Maschine
automatisch als Default eingestellt, wenn in den
Netzwerkeinstellungen ein WINS-Server angegeben wird.
Wird das Netzwerk mit WINS konfiguriert, versucht der Client die
Namensauflösung per default über den primären WINS Server. Falls
dieses dreimal hintereinander fehlschlägt, wird versucht einen
eventuell vorhandenen sekundären WINS Server zu erreichen. Falls
dieses auch keinen Erfolg hat, wird ein Broadcast versandt. Zu
allerletzt sieht der Client in seine LMHOSTS Datei, ob sich der Name
hier auflösen läßt. Falls sich im lokalen Netzwerksegmet kein WINS
Server befindet und auf den Clients auch keine WINS-Server Adresse
konfiguriert wurde kann ein WINS-Proxy eingesetzt werden.
Dieses ist ein entsprechend konfigurierter Server, der den Broadcast
eines Clients aufnimmt und direkt an einen WINS Server in einem
anderen Netzwerksegment weiterleitet. Er arbeitet als transparenter
Proxy, so daß der Client gar nicht bemerkt, daß die Anfrage an den
WINS-Server weitergeleitet wird. Die positive oder negative Antwort
vom WINS-Server wiederum wird vom Proxy an den Client zurückgesandt.
Der Proxy speichert den Namen des neuen Clients und die IP-Adresse in
seinem lokalen Cache, so daß er zukünftig auch Anfragen von Clients
für diesen Namen direkt beantworten kann. Pro Netzwerksegment darf nur
ein WINS-Proxy installiert werden um eine doppelte Namensvergabe zu
verhindern.
Im W2K Netzwerk ist der Namensauflösung per DNS die eigentlich
eingesetzte Methode. Die NetBIOS Namensauflösung existiert nur noch
für die Kompatibilität mit den alten Microsoft Systemen. Falls jetzt
ein W2K Rechner einen NetBIOS Namen einer IP-Adresse zuordnen soll,
stellt er eine Anfrage an den DNS Server. Der für die jeweilige Zone
primär zuständige Server kann so konfiguriert werden, daß er für diese
Zone ein WINS-Lookup durchführt, falls er den Namen nicht auflösen
kann.10.1 Die
Anfrage wird dann an den für diese Zone konfigurierten WINS-Server
gerichtet. Falls ein nicht W2K Server für die Zone zuständig ist, muß
auf dem W2K DNS-Server eingestellt werden, daß nur die dem Standard
entsprechenden Records mit den anderen Servern abgeglichen werden.
Falls im Netzwerk primäre DNS-Server eingesetzt werden, die dem
Standard entsprechen, kann ein WINS-Lookup nicht direkt auf diesen
Servern konfiguriert werden. Hier erfolgt die Konfiguration so, daß
einen extra Zone direkt unterhalb der Hostnames erstellt wird, für die
WINS-Clients zuständig ist. Hierfür wird eine W2K DNS-Server
aufgestetzt, auf dem das WINS-Lookup für diese Zone konfiguriert ist.
Die Zone selbst enthält auf dem W2K Server keinerlei Einträge, da
diese diese ja sofort an den WINS Server weiterleiten muß. Die (W2K-)
Clients werden in den
erweiterten TCP/IP- Einstellungen so
konfiguriert, daß sie den Namen dieser Zone (=Subdomain) automatisch
anhängen. Falls der Client jetzt eine Anfrage zur Namensauflösung an
den primären DNS-Serve richtet und eine negative Antwort bekommt,
wiederholt er seine Anfrage indem er bei der die oben konfiguriert
Subdomain zwischen Hostname und Domainname einfügt und die Anfrage
dann an den hierfür zuständigen WINS-Server stellt.
Die Namenszuordnungen des WINS-Servers werden mit erweiterten Angaben
in der WINS-Datenbank in einem File im
mdb Format
gespeichert. Die Records enthalten neben den Angaben über Rechnernamen
und IP-Adressen noch Einträge über Diensttype, Status, Eigentümer,
eine bei jeder änderung inkrementierte Versionsnummer und das
Ablaufdatum. Die einzelnen Tupel können mit Hilfe der MMC manuell
bearbeitet werden. Falls die Datenbank zu groß wird, wird sie vom
System automatisch komprimiert. Dieses kann auch manuell mit Hilfe des
Tools
jetpack durchgeführt werden. Hierfür muß der WINS
dienst beendet und nach der Komprimierung wieder manuell neu gestartet
werden.
Neben der Komprimierung sollte die Datenbank regelmäßig auf ihre
Konsistenz überprüft werden. Die Zeitintervalle hierfür werden in den
Eingenschaften für den WINS-Server festgelegt. Zur Verifizierung
überprüft der WINS-Server unter anderem die Clients. Dieses bewirkt
einen nicht zu vernachlässigenden Traffic auf dem Netzwerk, so daß die
Zeitintervalle nicht zu klein gewählt werden sollten.
In regelmäßigen Abständen sollte ein Backup der WINS-Datenbank
durchgeführt werden. Bei einem manuellen Backup wird der WINS-Dienst
zuerst gestoppt. Dann wird im Fenster für WINS per Menüeintrag
ausgewählt werden daß ein Backup der Datenbank durchgeführt werden
soll und wohin die Daten gespeichert werden. Das Backup kann auch so
konfiguriert werden, daß es automatisch in bestimmten Intervallen
durchgeführt wird. In diesem Fall muß allerdings darauf geachtet
werden, daß die Backup-Datei
lokal auf dem Rechner gespeichert
wird, da das Backup sonst fehlschlägt. Das Restore erfolgt durch
Auswählen des entsprechenden Menüpunktes und Auswahl des Pfades zu den
Backupdateien.
In größeren gerouteten Netzwerken bietet es sich an, mehrere
WINS-Server in verschiedenen Segmenten anzuordnen. Um die
WINS-Datenbanken konsistent zu halten werden die WINS-Server so
konfiguriert, daß sie sich untereinander abgleichen. Nach
grundlegendem Abgleich werden nur noch die Änderungen an den
WINS-Datenbanken ausgetauscht. Die Partner, mit denen sich die
WINS-Server abgleichen werden in der Regel manuell konfiguriert. Falls
sich die WINS Server im gleichen IP-Subnetz befinden, finden sie sich
automatisch.
Bei einem größeren Netzwerk mit mehreren IP-Subnetzen ist dieses nur
möglich, wenn die Router Multicast unterstützen und alle WINS Server
entsprechend konfiguriert werden. Die Server gehören per Default der
Mulitcastgruppe 224.0.1.24 an.
Für den Abgleich der WINS-Datenbanken sind verschiedenen Szenarien
möglich:
- Pull
- Ein WINS Server kan zum Abgleich als PULL Partner
konfiguriert werden. Hier spricht dieser Server den oder die Partner
in festgesetzten Zeitintervallen an, um eine Replizierung
durchzuführen. Diese Vorgehensweise wird vor allem bei langsamen
Verbindungen empfohlen.
- PUSH
- Bei der PUSH Einstellung wird eine Replikation nach
einer festegelegten Zahl von Änderungen in der Datenbank
angestoßen. Diese Änderungen erfolgen in erster Linie durch das An-
und Abmelden von Clients. Die PULL Replikation wird empfohlen, falls
der aktuelle Stand der WINS Einträge im Netz auf beiden WINS Servern
notwendig ist. Der Nachteil liegt hier im größeren Traffic zum
Abgleich der Datenbanken.
- PUSH/PULL
- Die einzelnen WINS-Server können auch auf einen
kombinierten PUSH/PULL Abgleich eingestellt werden. Hier werden eine
Replikationsschwelle und ein Zeitintervall parallel definiet. Eine
Replikation findet entweder nach dem festgelegten Intervall statt
oder wenn die Anzahl der Änderungen überschritten wurde.
Im Netz müssen sich in der Defaulteinstellung immer PUSH und
PULL Partner befinden. Daher muß bei zwei WINS Servern weinigstens
einer auf PUSH und der andere auf PULL eingestellt werden, bzw. beide
werden für die PUSH/PULL Replikation konfiguriert.
Falls der WINS-Server zeitweilig eine hohe Zahl von
Clientregistrierungen vornehmen muß, wie dieses z.B. zu Dienstbeginn
auftreten kann, kann er die jeweiligen Einträge nicht schnell genug in
seinen Datenbank eintragen, um die Anfragen vor Ablaufen der Timeouts
zu behandeln. Für diesen Fall kann das
Burst Handling für den
Server eingestellt werden. Falls einen gewisse Anzahl von
Registrierungsanfragen in einem bestimmten Zeitraum an den Server
gerichtet wird, beantwortet er die Anfragen ohne sie in seiner
Datenbank abzulegen. Um mögliche Inkonsistenzen zu vermeiden wird für
diese Registrierungen eine kurze Leasezeit festgelegt, so daß die
Clients die Lease nach kurzer Zeit wiederholen müssen.
Internet Connection Sharing und NAT
Um in einem Netzwerk mit mehreren Clients per Dial-Up-Verbindung auf
das Internet zugreifen zu können, wird an dem Rechner mit dem
Internetzugang das Internet Connection Sharing eingestellt. Der
Rechner mit der Dial-Up Internetverbindung fungiert jetzt automatisch
als DHCP-Server, der den Clients private IP-Adressen und die
Einstellungen für das Default-Gateway zuweist.Die Client-Maschinen
werden so konfiguriert, daß sie die IP-Adressen automatisch erhalten.
Eingehende Verbindungen werden ins Internet geroutet, wobei die
Absenderadresse der ausgehenden Pakete auf die eigene vom ISP
(Internet Service Provider) zugewiesene umgesetzt wird. Eingehende
Pakete werden umadressiert und an den jeweiligen Empfänger im lokalen
Netz weitergeleitet.
Falls sich im Netzwerk schon DNS-Server, Gateways oder DHCP-Server
befinden, sollte
kein Internet Connection Sharing genutzt
werden, sondern
NAT (Network Address Translation). Hier
fungiert der Rechner mit der Internetverbindung als ein
(transparenter) Proxy, der TCP/IP-Adressen der Clients intern auf
Portnummern abbildet und dann mit die Adressen im Internet kontakt
aufnimmt. Die zurückkommenden Pakete werden dann an die jeweiligen
Ports weitergeleitet.
Routing und Remote Access Service (RRAS)
Der Routing und Reomote Access Service unter W2K bietet
verschiedene Möglichkeiten der Netzwerkkonfiguration hinsichtlich
Routing und Remote Access, also den Zugriff auf die Maschine bzw. das
Netzwerk über Telefon- oder ISDN-Leitungen. Bei RAS werden die
Netzwerkprotokolle in ein PPP-Protokoll gekapselt, also quasi durch
die Punkt-zu-Punkt Verbindung getunnelt.
Alle auf dem jeweiligem Rechner installierten Netzwerkprotokolle
können automatisch ohne weitere Konfiguration für den Betrieb über
eine Punkt-zu-Punkt Verbindung genutzt werden. Dieses ist daher
möglich, da das PPP-Protokolll unterhalb der IP-Schicht ansetzt und im
System ein Netzwerkdevice zur Verfügung stellt, daß auf dieser
Abstraktionsebene wie eine beliebige Netzwerkkarte angesprochen werden
kann. Auf der Maschine die als RRAS-Server fungiert, kann eingestellt
für jedes werden ob es von dieser Maschine auch in das angeschlossene
Netzwerk bzw. über die PPP-Verbindung geroutet wird.
Beim Start des RRAS Services wird für jedes an das System
angeschlossene Modem und für jede parallele Schnittstelle ein
sogenannter Port erstellt. Die Ports stellen ein Netzwerkgerät im
System dar, über das die Kommunikation abgewickelt werden kann. Für
Modems kann optional die Telefonnummer des jeweiligen Anschlusses
angegeben werden. Neben den Ports für die physikalischen PPP-fähigen
Netzwerkschnittstellen werden automatisch jeweils 5 L2TP (s.a.
27.0.36) und 5 PPTP (s.a. 27.0.48) Ports erstellt.
Die Konfiguration von Einwahlmöglichkeiten wird unterschiedlich
durchgeführt. Ist die Maschine ein Server, der ein Mitglied einer
Domäne ist, wird RRAS für die Konfiguration der Einwahlports genutzt.
Hier können VPNs und die Nutzung von Modem-Pools eingestellt werden.
Eine Workstation oder eine Server, der keiner Domäne angehört wird mit
Hilfe des Internet Connection Wizards konfiguriert.
Die Remote-Clients, die das Netzwerk per Modem nutzen wollen benötigen
eine für dieses Netzwerk gültige IP-Adresse. Diese kann in den Clients
fest verdrahtet werden, also dem Modemdevice für jeden einzelnen
Remote-Partner, zu dem einen Verbindung aufgebaut werden soll, fest
eingestellt werden. Diese Möglichkeit sollte allerdings nicht genutzt
werden. Die Pflege der Clientadressen ist sehr aufwendig und extrem
Fehleranfällig.
Der RRAS Server kann so konfiguriert werden, daß er den Clients, die
sich einwählen eine IP-Adresse zuweist. Hierdurch werden die
IP-Adressen im Netzwerk selbst verwaltet. Diese Möglichkeit hält den
Aufwand und die Gefahr einer doppelten Vergabe von IP-Adressen gering.
Die Verwaltung der IP-Adressen auf Seiten des RRAS Servers kann auf
zwei Arten erfolgen:
-
- RRAS mit eigenem Adresspool Hier wird dem RRAS Server ein
eigener Adresspool zugewiesen, den er an die Clients bei der Einwahl
vergibt. Dieser Adresspool wird direkt auf dem RRAS Server
verwaltet. Zu beachten ist, daß dieser Adressbereich nicht mit den
schon im Netzwerk vergebenen Adressen in Konflikt gerät.
- RRAS und DHCP Falls sich schon ein DHCP Server im Netzwerk
befindet, kann der RRAS Server so konfiguriert werden, daß er diesen
nutzt, um gültige Adressen für die Einwahlclients zu erhalten. Der
RRAS Server fordert beim Start 10 IP-Adressen vom DHCP Server
an. Die erste Adresse nimmt er für sich. Die anderen werden an die
Clients vergeben. Falls alle Adressen vergeben sind, fordert er
einen neuen Pool von 10 Adressen vom DHCP Server an.
Falls die Nutzung des DHCP Servers konfiguriert wurde, dieser aber
beim Start des RRAS Servers nicht erreichbar ist, wechselt der RRAS
Server zum Automatic Private IP Addressing über. Hier vergibt
er an sich und die Clients Adressen aus dem Bereich
169.254.0.1 - 169.254.255.254.
Die Berechtigungseinstellungen für den RRAS-Zugriff auf das lokale
Netzwerk erfolgen in zwei Ebenen.
- Remote Access Policies
- Einwahlberechtigungen des jeweiligen User Accounts
Die erste Ebene bildet die
Remote Access Policy, über die die grundlegenden Einstellungen
zur Einwahl auf dem jeweiligen RRAS Server konfiguriert werden. An
dieser Stelle läßt sich eine Einwahl in den RRAS Server und somit auch
in das Netzwerk zentral unterbinden. Wird diese Richline z.B.
entfernt ist keine Einwahl in den RRAS mehr möglich. Diese Richtlinie
wird direkt auf dem RRAS Server gespeichert und nicht im
Active Directory, so daß die Einstellungen verschiedener RRAS Server
im Netzwerk durchaus voneinander abweichen können. Die RAS-Richtlinie
setzt sich aus drei Komponenten zusammen:
- Bedingungen (conditions)
- stellen Eingenschaften hinsichtlich
der Verbindung dar, die vom Client bzw. der Verbindung erfüllt
werden müssen, damit diese Richtlinie überhaupt angewandt
wird. Bespiele hierfür sind:
- Zeit der Einwahl,
- IP-Adresse des Clients (bei fester vergebenen IP-Adressen),
- Gruppe der der Client angehören muß,
- User ID des Clients
- Berechtigungen (permissions)
- Hier werden die globalen
Einwahlberechtigungen festgelegt, wie z.B. einer Gruppe von Usern
die Einwahl zu erlauben. So kann z.B. der Gruppe der Administratoren
die Einwahl jederzeit erlaubt werden, einer Benutzergruppe wird die
Erlaubnis nur zu den Geschäftszeiten erlaubt.
- Profil (profile)
- Im Profil werden Einstellungen hinsichtlich
der Verbindung festgelegt. Eine Verbindung kann z.B. auf ein
bestimmtes Verschlüsselungs- oder Authentifikationsprotokoll
festgelegt werden. Die Begrenzung einer Verbindung auf eine maximale
Verbindungsdauer wird auch hier festgelegt.
Mit der zweiten Ebene werden die Einstellungen für den jeweiligen User
festgelegt. Diese erfolgen bei den Einstellungen für den Useraccount
unter Einwahlberechtigungen und werden daher im Active
Directory gespeichert.
Erfolgt jetzt ein Einwahlversuch, so werden vom System die
verschiedenen Berechtigungen in einer festgelegten Reihenfolge
überprüft.
- Prüfung der Routing- und Remotezugriffsrichtlinie
Sie wird auf zutreffende Bedingungen (z.B. Tageszeit)
überprüft. Falls hier keine Bedingungen zutrifft (s.o.) wird der
Zugang schon hier abgeblockt. Auch eine nicht vorhandene Richtlinie
untersagt den Zugriff.
Falls eine Bedingung zutrifft werden die nächsten Punkte überprüft.
- Überprüfung der Einwahlberechtigungen des jeweiligen
Useraccounts
Die Einwahlberechtigungen können so eingestellt werden, daß der
Zugriff erlaubt oder verboten wird, oder daß Eingestellten
Berechtigungen, die in der Remote Access Policy eingestellt
sind, über den Zugriff entscheiden.
Für die Authentifizierung über PPP-Verbindungen wurden verschiedene
Protokolle entwickelt und teilweise in RFCs veröffentlicht. Die Art
der Authentifizierung für eine Einwahlverbindung wird auf dem Feld
Security in den Eigenschaften für den RRAS Server eingestellt.
Die Einstellungen können nur für den gesamten Server erfolgen, nicht
für einzelne Einwahlports. (?) Bei Einwahl in einen RRAS Server unter
W2K kann mit Hilfe der folgenden Protokolle eine Authentifizierung
erfolgen:
-
- PAP
- Das Password Authentication Protocol bietet ein
reines Name-Passwort basiertes Login. Der gravierende Nachteil hier
ist, daß die Passwörter im Klartext übertragen werden. Des weiterten
besteht natürlich die Möglichkeit von Brute-Force Angriffen, wobei
die Sicherheit hier natürlich durch eine geschickte Passwortwahl
erheblich vergrößer werden kann.
PAP ist in der Regel immer verfügbar. Aufgrund der Nachteile
hinsichtlich der Klartext-Passwortübertragung sollte es nur dann
eingesetzt werden, wenn einer der Kommunikationspartner kein anderes
Authentifizierungsprotokoll unterstützt. Beim Einsatz der
unverschlüsselten Passwortübermittlung ist auf jeden Fall darauf zu
achten, daß die Übertragungskanäle relativ sicher sein sollten.
- SPAP
- Das Shiva Password Authentication Protocol arbeitet
mit reversibel verschlüsselten Passwörtern, so daß eine gewisse
Sicherheit hinsichtlich des Logins gegeben ist.
SPAP ist nicht allzu weit verbreitet, bzw. wird nicht bei allen Systemen
direkt mitgeliefert und wird daher eher selten eingesetzt.
- CHAP
- Das Challenge Handshake Authentication Protocol
oder Message Digest 5 (MD-5)- CHAP arbeitet mit MD5
Verschlüsselung. Der hier eingesetzte Algorithmus bietet eine sehr
sichere Einwegverschlüsselung und somit eine große Sicherheit gegen
Angriffe.
Das CHAP- Protokoll ist sehr weit verbreitet und wird bei den gängigsten
Systemen mitgeliefert. Aufgrund der verschlüsselten Passwortübertragung
und seiner Verbreitung sollte dieses Authentifizierungsprotokoll
bevorzugt eingesetzt werden.
Der Login-Vorgang läuft bei CHAP 3-Stufig ab:
- Einer der beiden Partner (bei RRAS unter W2K immer der
RRAS-Server) sendet dem anderen eine Anforderung zur
Authentifikation. Das Anforderungs-Paket enthält einen für diese
Sitzung eindeutigen Sitzungsschlüssel und einen willkürlich
erzeugten String (der sogenannte Challenge String).
- Die Gegenseite empfängt dieses Paket und erzeugt ein
Antwortpaket, indem der Username und mit die mit einer
Einwegverschlüsselung verknüpften Elemente Passwort,
Sitzungsschlüssel und Challenge-String enthalten sind.
- Wenn die anfordernde Seite (idR der Server, s.o.) das Paket
erhält vergleicht extrahiert er hieraus den Usernamen. Er erzeugt
aus den in seiner lokalen Authentifizierungsdatenbank hinterlegten
Daten von Username und Passwort auf die gleiche Weise ein Paket
und vergleicht die beiden miteinander. Sind die verschlüsselten
Daten gleich, ist die Authentifizierung erfolgreich. CHAP bietet
daneben noch Optionen an, um diesen Vorgang während der Sitzung in
regelmäßigen Abständen zu wiederholen. Hierdurch läßt sich
erkennen, wenn eine Sitzung ``entführt'' wurde, der Gegenpart sich
inzwischen geändert hat.
- MS-CHAP
- ist ein propritäres Authentifizierungsprotokoll, daß
ähnlich wie CHAP arbeitet. Es ist außerhalb der Microsoft-Welt kaum
verbreitet. Die Passwortverschlüsselung arbeitet hier wie auch bei
Standard-CHAP mit einem Algorithmus zur Einwegverschlüsselung.
MS-CHAP ermöglicht eine Punkt-zu-Punkt Verschlüsselung der
übertragenen Daten, wobei natürlich beide Seiten der Verbindung
MS-CHAP unterstützen müssen. Ein W2K arbeitet in der
Defaulteinstellung mit MS-CHAP zur Authentifizierung.
MS-CHAP kann nur dann eingesetzt werden, wenn alle beteiligten Systeme
dieses Protokoll unterstützen. Daher sollte wenn möglich mit offenen
Standards wie CHAP gearbeitet werden.
- MS-CHAP v2
- ist eine Weiterentwicklung des proprietären MS-CHAP
Protokolls. Es bietet gegenüber von MS-CHAP eine wechselseitige
Authentifizierung, eine stärkere Verschlüsselung der übertragenen
Daten und unterschiedliche Schlüssel für den Versand und den Empfang
von Daten. W2K bietet bei der Installation eines VPN vorrangig die
Authentifizierung mit MS-CHAP v2 an. Das MS-CHAP v2 Protokoll kann
nur von W2K Clients und nur bei VPN-Verbindungen genutzt werden. NT4
und Windows 98 Maschinen können MS-CHAP v2 nur für die
Authentifikation bei Eröffnung einer VPN Verbindung einsetzen.
MS-CHAP v2 wird nur von Windows 2000 unterstützt, kann daher nur in
einer streng homogenen Umgebung eingesetzt werden. Beim praktischen
Einsatz ist abzuwägen, ob die Anforderungen den Einsatz von MS-CHAP v2
unbedingt erforderlich machen und somit die zukünftige Richtung der
Lösung festgeschrieben wird, oder ob sich das gegebene Ziel nicht auch
mit einer flexibeleren Lösung erreichen läßt.
- EAP
- Das Extensible Authentifikation Protocol stellt eine
API (Application Programming Interface, Programmierschnittstelle)
für andere Authentifikationsprotokolle zur Verfügung. EAP ist in den
RFCs 2284 und 2716 definiert. Mit Hilfe von EAP können die
Kommunikationspartner vor der eigentlichen Authentifizierung
aushandeln, welche Authentifizierungsmethode verwandt wird. Aufgrund
der Ausführung als API können auch in Zukunft entwickelte Protokolle
auf EAP aufsetzen und dieses Nutzen. Zur Zeit bietet EAP die
Möglichkeit die folgenden Protokolle zu nutzen:
- MD5-CHAP
- Verschlüsselung von Usernamen und Passwörtern mit
MD5 (s.o.)
- Transport Layer Security
- wird bei Smart-Cards und anderen
Sicherheitsmechanismen gentutzt, die verschiedene Medien zur
Authentifizierung einsetzen.
- Dritthersteller
- bieten u.U. Systeme an, die auf EAP aufsetzen
können.
Die EAP Authentifizierung in den Eigenschaften auf der
Security Karte eingestellt.
W2K unterstützt verschiedene RAS Protokolle:
- PPP
- ist das am weitesten verbreitete RAS-Protokoll. PPP ist ein
offener Standard und kann relaiv einfach implementiert werden.
- SLIP
- Das Serial Line Internet Protocol ist ein offenes
Protokoll zur Punkt-zu-Punkt Verbindung. Es kann als das
Vorläuferprotokoll von PPP angesehen werden, bietet allerdings
erheblich weniger Möglichkeiten und wird daher kaum noch
eingesetzt. W2K unterstützt PPP nur noch als SLIP-Client; die
Verbindung zu einem W2K RAS-Server mittels SLIP ist nicht möglich.
- Microsoft RAS
- ist ein proprietäres Punkt-zu-Punkt Protokoll von
Microsoft, daß in den Vorläufer-Versionen zu W2K eingesetzt wurde.
Es íst außerhalb der MS-Welt kaum verbreitet. Es wird benötigt,
falls sich ein W2K-Client mit einem RAS-Server verbinden muß, der
unter WfW, WinNT 3.1, MSDos oder mit LAN Manager läuft.
- ARAP
- Das AppleTalk Remote Access Protocol wird für
PPP-Verbindungen in AppleTalk-Netzen eingesetzt und ist auch nur
hier verbreitet. W2K unterstützt ARAP auf der Serverseite, so daß
sich Clients die dieses Protokoll nutzen auf dem W2K Server
einwählen können.
Eine verschlüsselte Kommunikation über die PP-Verbindung ist zum einen
Möglich, wenn ein verschlüsselter Kanal über die Verbindung aufgebaut
wird, oder wenn die beiden Endpunkte der PP-Verbindung, der RAS-Server
und der Client die Daten verschlüsseln wenn sie diese an die
Verbindung senden. Die Verschlüsselung wird mit Hilfe einer Policy
aktiviert, wobei zwischen mehrenen Optionen gewählt werden kann, die
unterschiedliche Arten der Verschlüsselung ermöglichen. Jede dieser
Optionen kann einzeln eingestellt werden, so daß auch eine Kombination
möglich ist:
- keine Verschlüsselung
- Diese Gruppe darf auch unverschlüsselte
Verbindungen aufbauen.
- Standardverschlüsselung (Basic)
- Die Mitglieder dieser Gruppe
können mit einer 56-Bit DES Verschlüsselung auf IPSec oder mit einer
40-Bit MPPE12.1 Verschlüsselung der Verbindung gearbeitet.
- Starke Verschlüsselung
- Hier die IPSec 56-Bit DES oder die
MPPE 56-Bit Datenverschlüsselung aktiviert.
- Stärkste Verschlüsselung
- Bei Wahl der starken Verschlüsselung
dürfen die Gruppenmitglieder eine Verbindung aufbauen, die mit IPSec
und Triple DES (3DES) oder mit MPPE 128-Bit verschlüsselt wird. Zur
Nutzung der 128-Bit Verschlüsselung muß allerdings das W2K Pakte für
die starke Verschlüsselung vom MS-Update-Webserver geladen werden!
-
- Callback
- Mit Hilfe der Callback Funktion kan für
spezifische Benutzer festgelegt werden, daß die Verbindung nach
erfolgreicher Authentifizierung unterbrochen wird. Der RRAS Server
baut dann selbstständig eine Verbindung zu einer vorkonfigurierten
Telefonnummer oder zur Nummer des Anrufers auf. Aus
Sicherheitsgründen sollte möglichst ein Rückruf zu einer
vorkonfigurierten Nummer erfolgen.
- DHCP-Relay-Agent
- In RRAS ist ein DHCP-Relay-Agent
implementiert, der die Broadcasts eines DHCP-Clients zur Ermittlung
seiner IP-Adresse an einen DHCP-Server in einem anderen
Netzwerksegment weiterleiten kann (s.a. 27.0.25). Hierbei wird
die Anfrage gezielt an den jeweiligen Server weitergeleitet. Dieser
erkennt aufgrund des Formates, daß die Anfrage über einen Forwarder
gekommen ist, und sendet seine Antwort entsprechend direkt an
diesen zurück.
- Dial-in Konfiguration
- Die Möglichkeit der Einwahl wird je nach
Typ der RRAS-Maschine unterschiedlich konfiguriert. Auf einem
Standalone- Server erfolgen die Einstellungen im
Dial-In Feld der Eigenschaften-Box für den jeweiligen
User-Accounts. Hier ist nur einen Einstellung zwischen
grundsätzlicher Erlaubnis oder grundsätzlichem Verbot der Einwahl
möglich.
Ein Server, der in das Active-Directory eingebunden ist wird
in den Eigenschaften für Active Directory Benutzer und
Computer konfiguriert. Hier wird der RRAS-Server global so
eingestellt, daß die Einwahl grundsätzlich erlaubt oder verboten
ist. Ist die Einwahl erlaubt werden für bestimmte Profile oder
direkt für einzelne Useraccounts die Feineinstellungen mit Hife von
Policies festgelegt. Diese überschreiben auch die globalen
Einstellungen für RRAS. Mit Hilfe der RAS-Richlinien läßt
sich unter W2K genau einstellen welcher RAS-Client bzw. User sich
wann in das Netzwerk einwählen darf. Hierfür muß sich die Domäne
jedoch im einheitlichen Modus befinden. Neben diesen Optionen ist
auch eine Überprüfung der Telefonnummer des Anrufers möglich, so daß
die Einwahl nur bestimmten Anrufern gestattet wird. Zu beachten ist
bei dieser Lösung jedoch, daß die gesamte Kommunikationsstrecke die
Übermittlung von Telefonnummern unterstützen muß.
Die Einwahloptionen für das System kann nur für Benutzer oder
Gruppen angepaßt werden. Eine Einstellung für ein spezifisches Gerät
(z.B. Modem x) ist nicht möglich. (?) Für die Nutzung der
RAS-Richtlinien ist allerdings der Einheitliche Modus der Domäne
voraussetzung. Bei Servern im gemischten Modus besteht nur die
Möglichkeit dem einzelnen User die grundsätzliche Berechtigungen zur
Einwahl zu erteilen oder zu verweigern.
Bei nach der Authentifizierung des Clients wird zuerst die
Default Remote Access Policy überprüft, die die allgemeinen
Einstellungen für jeden sich einwählendne Client festlegt. Danach
werden die Einstellungen der Policies des einzelnen Benutzers
übernommen, die die Default Remote Access Policy überschreiben
können. Falls die Default Remote Access Policy entfernt wurde, kann
sich niemand mehr über diesen RRAS Server einwählen.
- Dial on Demand
- Ein für Dial on Demand konfigurierter
WAN-Router baut bei Bedarf eine Verbindung zu einem anderen Rechner
per Wählleitung auf. Der WAN-Router ist so konfiguriert, daß seine
Routingtabellen für die Dial on Demand Einträge auf das Device
zeigen, über das der Datenverkehr für die Wählverbindung abgewickelt
wird. Treffen bei diesem Device nun IP-Pakte ein, wird eine
Verbindung aufgebaut. Weiterhin kan eingestellt werden, daß nach
erfolgreichem Verbindungsaufbau ein- oder mehrere statische Routen
über dieses Device erstellt werden.
- Multilink und BAP
- RRAS ermöglicht es eine Verbindung parallel
über mehrere Kanäle (Modems, ISDN-Kanalbündelung) aufzubauen um die
Bandbreite zu vergrößern. Diese Kanalbündelung wird durch eine
Erweiterung des PPP Protokolls erreicht. Hierfür stehen die
Protokolle PPP-Multilink (RFC 1990) oder das BAP (Bandwith
Allocation Protocol, RFC 2125) zur Verfügung. BAP bietet
gegenüber PPP Multilink den Vorteil, daß hier dynamisch weitere
Kanäle hinzuzuschalten bzw. geschlossen werden können.
- Multiprotokoll Routing
- Die Routingfunktionalität ermöglicht das
Routing der Protokolle IP und IPX.
- NAT
- RRAS bietet Network Address Translation (NAT), s.a.
27.0.43, bei der eine IP-Adresse auf mehreren anderen
IP-Adressen abgebildet werden kann. Dieses wird z.B. bei der
Verbindung eines privaten Netzes (Intranet) mit dem Internet
genutzt.
- RAS Einwahl von Außerhalb
- Es kann eine Einwahl in den Rechner
bzw. das angeschlossene Netzwerk von außerhalb per Modem- oder ISDN-
Leitung stattfinden. Hierbei können Verbindungen mit den Protokollen
IP, IPX und Appletalk
aufgebaut werden.
- RIP und OSPF
- Mit Hilfe von RRAS werden für IP-Netze die Routing
Protokolle RIP (Routing Information Protocol, s.a. 27.0.54) und OSPF
(Open Shortest Path First, s.a. 27.0.47) unterstützt.
- Paktetfilterung
- Die RRAS Implementierung ermöglicht eine
einfache Paketfilterfuntionalität. Hier kann z.B. eingestellt
werden, daß IP-Pakete, die von außerhalb kommend an eine bestimmte
Adresse oder einen bestimmten Port gehen, nicht weitergeleitet
werden.
- RAS Kontosperrung
- RRAS läßt sich konfigurieren, daß ein Konto
deaktiviert wird, wenn hier wiederholt eine Einwahl aufgrund eines
falschen Passwortes fehlgeschlagen ist.
Diese Möglichkeit ist
in der Defaulteinstellung allerdings deaktiviert. Sie läßt sich nur
direkt in der Registry einstellen.
- RADIUS-Authentifizierung
- RRAS bietet die Möglichkeit, daß zur
Authentifizierung eines Bentzers ein RADUIS Server
kontaktiert wird. Der W2K Server arbeitet in diesem Fall als
RADIUS-Client. Die Nutzung eines RADIUS-Servers wird bei den RRAS
Optionen konfiguriert.
- EAP
- Mit Hilfe der EAP (Extensible
Authentifikation Protocol) Schnittstelle lassen sich verschiedene
andere Authentifizierungsmöglichkeiten verwenden.
- VPN
- Ein W2K Server läßt sich mit Hilfe von RRAS als VPN
(Virtual Private Network) Server einsetzen. VPN Clients können
hiermit einen gesicherten Kanal über das Internet zum privaten
Netzwerk aufbauen (s.a. 27.0.68). Die VPN-Verbindungen laufen
über sogenannte VPN-Ports ab, die bein unter den Einstelloptionen
für RRAS konfiguriert werden können.
Mit Hilfe eines DHCP-Servers wird die Zuweisung der IP-Adressen an die
Clients automatisiert. Die Servermaschinen sollten feste IP-Adressen
erhalten. Bei der Konfiguration des DHCP-Servers werden
genügend IP-Adressen für die sich gleichzeitig am Netz angemeldeten
Clientmaschinen ``reserviert'', es wird ein sogenannter Scope
gebildet. Diese Adressen müssen fortlaufend in einem zusammenhängenden
Bereich gewählt werden.
Bei AD integrierten DCHP-Servern muß der DHCP-Server authorisiert
werden, um IP-Adressen an die Clients zu vergeben. Falls dieses nicht
der Fall ist, wird der Client eine Fehlermeldung wie ``DCHP
unavailable'' ausgeben.(?)
Aus Redundanzgründen werden in einem Subnetz manchmal zwei DHCP-Server
betrieben. Wenn ein Client einen Broadcast zur Adressabfrage sendet
wird die Adresse von dem DCHP-Server vergeben, der zuerst antwortet.
Die Scopes auf den Servern werden hier so eingestellt, daß auf beide
Maschinen der gesamte Adressbereich als Scope definiert wird, wobei
zwei sich aneinander anschließende Bereiche definiert werden, die von
der Adressvergabe ausgeschlossen sind. Dieser Bereich umfaßt auf der
einen Maschine ca. 20% des gesamten Adressbereichs, während er auf
der anderen Maschine 80% aller Adressen einschließt.
Wird ein Adressbereich erweitert, oder sollen andere Änderungen am
Scope vorgenommen werden, sollten alle Clients ihre IP-Adressen
erneuern. Hier müssen dann alle Clients gleichzeitig vom Netz genommen
werden bevor die Änderungen am Scope durchgeführt werden können. Soll
ein ``gleitender'' Übergang erfolgen, oder kann der Bereich der zu
vergebenden Adressen aus irgendeinem Grund nicht zusammenhängend
gewählt werden kann, so müssen die einzelnen Bereiche zu einem
sogenannten Superscope zusammengefaßt werden.
Wird bei laufendem DHCP-Server ein Scope neu erstellt, muß dieser nach
Abschluß der Konfiguration aktiviert werden.
Der Superscope ist eine übergeordnete logische Einheit, die
mehrere Scopes enthalten kann. Der Superscope kann
verwaltungstechnisch als eine Einheit angesprochen werden wie jeder
andere Scope auch.
Die Bildung von Superscopes bietet sich an, falls der gesamte zu
nutzende Adressbereich nicht kontinuierlich verläuft, oder wenn er
erweitert werden soll. Die einzelnene Adressbereiche bilden dann den
Superscope. Mit dieser Maßnahme wird eine Umstellung oder Erweiterung
des Netzwerkes im laufenden Betrieb ermöglicht, da der ursprüngliche
Scopt nicht extra gelöscht werden muß und die Client nicht zu einer
Erneuerung ihrer Adressen aufgefordert werden müssen. Sich neu
anmeldenden Rechner erhalten jetzt automatisch Adressen aus dem neuen
Superscope, der beide ursprünglichen Adressbereiche umfaßt.
Auch wenn ein
Subnetz in mehrere logische Segmente unterteilt werden soll
(Multinet), wird hierfür ein Superscope eingerichtet. Dieser enthält
dann die einzelnen Scopes für die Adressbereiche der logischen
Subnetze.
Ein Superscope kann im Verwaltungstool für den DHCP Server erstellt
werden.
Eine feste Zuordnung von IP-Adressen zu Clientmaschinen ist möglich,
indem der IP-Adresse eine MAC-Adresse der NIC zugeordnet wird. Diese
Adressen werden bei einer Anfrage nach Überprüfung der MAC-Adresse
vergeben. Ansonsten verläuft die Adressvergabe wie bei allen anderen
Anfragen auch. Aus diesem Grunde dürfen sich reservierte Adressen
nicht außerhalb des Scopes befinden. Auch die Zuordnung zu einem von
der Vergabe ausgenommenen Berereich (Exclusion-Range) ist nicht
sinnvoll, da dann keine Vergabe stattfindet.
Es ist in keinem Fall möglich, einigen Maschinen Adressen aus einem
bestimmten Bereich zuzuordnen, also eine Zuordnung einer Menge von
MAC-Adressen zu einer Menge von IP-Adressen.
Falls für eine Gruppe von Usern/Maschinen eine spezielle Konfiguration
gelten sollt, erfolgt dieses über die Definition einer Benutzerklasse
(
User-Class). Die Benutzerklasse wird in den Eigenschaften des
DHCP-Servers deklariert. Nach Vergabe eines Namens und einer
eideutigen Class-ID werden die Eigenschaften für diese spezielle
Gruppe eingestellt. Dieses kann z.B. eine kürzere Leasedauer für
mobile Rechner sein, oder ein anderer anzusprechender DNS-Server. Auf
den Clientmaschinen, die dieser Benutzerklasse angehören sollen, wird
die Klassen ID dem Befehl
ipconfig /setclassid zugeordnet.
DHCP Clients, die mit Windows 2000 oder Windows 98 laufen können ihre
IP-Adresse automatisch bei einem DNS-Server registrieren, der den
RFC 2136 unterstützt. Im Falle der Adressverwaltung mittels DHCP
kann dieses auch vom DCHP-Server vorgenommen werden. Dieses wird in den
Eigenschaften für den DHCP-Server oder für einen Scope des DHCP-Servers
eingestellt. An den (primären) DNS-Server werden in einem solchen Falle
DNS-Updates gesandt. Falls im
Logfile eines DNS- Servers solche Nachrichten in regelmäßigen Abständen
auftauchen und abgewiesen werden, sollte nach einem falsch konfigurierten
DHCP-Server im Netzwerk Ausschau gehalten werden.
Die Client-Anfragen für DHCP erfolgen mittels Broadcasts, so daß sie
im Regelfall nicht geroutet werden. Um einen Anfrage an einen
DCHP-Server weiterzuleiten, der sich in einem anderen Subnetz befindet
besteht zum einen die Möglichkeit einen kompatiblen Router
einzusetzen. Die andere Möglichkeit ist die Nutzung eines
DCHP
Relay Agent. Dieses ist ein speziell konfigurierter Server, auf dem
im Falle von W2K das RRAS-Protokoll installiert sein muß (s.a.
![[*]]()
). Der DCHP Relay Agent erkennt die Anfrage eines
Clients und leitet sie direkt an den in seiner Konfuration
eingestellten DHCP-Server weiter. Dieser erkennt, daß die Anfrage über
eine Relay Agent erfolgte und sendet die gewünschten Informationen an
diesen zurück, der sie dann an den Client weiterleitet. Der DCHP Relay
Agent muß so konfiguriert werden, daß dieser Service für die
Interfaces eingerichtet wird, aus dessen Subnetzen Anfragen erwartet
werden. Dieses kann z.B. auch ein ISDN-Interface eines RRAS
Einwahlservers sein.
Windows 9x und Windows NT 4.0 unterstützen selbst kein dynamisches DNS. Die
Unterstützung erfolgt hier über einen (Windows 2000) DHCP-Server. Falls kein
W2K DHCP-Server im Netz läuft, können diese Maschinen manuell eingetragen
werden.
Ein DNS Server verwaltet eine logische Einheit, eine sogenannte
Zone.
Hier werden Gruppen von Rechnern zusammengefaßt, die auf irgendeine Art und
Weise logisch zusammengehören. Eine Zone
im Sinne von DNS kann sich
über mehrere Domänen erstrecken oder auch ein Teil einer Domäne sein.
Innerhalb einer Zone wird ein DNS-Server zum primären
(autorisierenden) DNS Server
erklärt. Dieser hat das alleinige Verwaltungsrecht (also das Recht
Einträge zu ändern) an der DNS-Zone. Diese Hierarchie wurde aus
Gründen der Konsistenz eingeführt. Die nicht autorisierenden DNS
Server in der Zone dienen daher nur dazu die Rechenlast zu verteilen.
Sie besitzen Kopien der zentralen DNS Datenbank des authorisierenden
DNS-Servers. Der Vorgang des Kopierens wird als
Zonentransfer oder Replikation
bezeichnet. Zur Verringerung der Netzlast wurde ein Verfahren
entwickelt, mit dem beim Zonentransfer nicht mehr die gesamte
Datenbank übertragen wird, sondern nur kann der Zonentransfer auch
inkrementell erfolgen. Das heißt, daß nur noch die Änderungen
an der Datenbank übertragen werden. Dieses Verfahren ist in RFC
1995 festgelegt.
Der Zonentransfer kann entweder im Pull- bzw. Polling-
Verfahren oder im push Verfahren erfolgen. Beim Pull-Verfahren fragen
die sekundären Server in regelmäßigen Abständen beim primären
Zonenserver an, ob sich in der Zonendatenbank Änderungen ergeben
haben.
Beim Transfer im Push- Verfahren initiert der primäre Server
die Zonentransfers. Er sendet den sekundären Servern eine
Benachrichtigung, falls sich Änderungen an seiner Datenbank ergeben
haben. Der Sekundäre Server fragt beim Master dann die Änderungen ab.
Die Konfiguration für diese Verfahren erfolgt direkt in der Registry.
Ein DNS- Eintrag wird als
Ressorce Record (RR) bezeichnet.
Neben der Zuordnung von Hostnamen zu IP-Adresse wird hier auch der Typ
des Eintrags festgelegt, der bestimmt für welchen Einsatzzweck dieser
DNS-Name vorgesehen ist. So wird ein
MX-Record z.B. die
IP-Adresse für einen Mail Server festlegen, an den die Mail für diesen
DNS-Namen gesandt wird. Für einen NS-Record können u.a. die folgenden
Typen festgelegt werden:
- SOA
- Definiert allgemeine Parameter.
- NS
- Nameserver
- A
- Host
- CNAME
- Aliasname für einen Host
- MX
- Mail Exchange, Mail-Server
- HINFO
- liefert Informationene über einen Host
- WINS
- Host ist ein WINS-Server
- PTR
- Pointer (Zeiger) Einträge
Zur rückwärtigen Zuordnung einer IP-Addresse auf einen DNS-Namen speichert
ein DNS-Server zusätzliche Einträge in der speziellen
Reverse-Lookup-Zone in der Zonendatei für
die Domain
in-addr.arpa . Falls ein Rechner
den Hostnamen sucht, der einer speziellen IP-Adresse (a.b.c.d) zugeordnet
ist, sucht der DNS-Server in der Reverse-Lookup-Zonendatei nach dem PTR
Eintrag
d.c.b.a.in-add.arpa. Dieser enthält den gewünschten
Hostnamen sowie die zugehörige IP-Addresse.
Ein Client, der einen anderen Rechner adressieren will, stellt eine
Anfrage an den DNS-Sever, der in seiner Konfiguration eingetragen ist.
Dieser DNS Server sieht zuerst in seinem lokalen Cache und dann in
seiner Datenbank nach, ob er diesen DNS-Namen zuordnen kann. Falls
nicht, leitet er die Anfrage an einen in der Hirarchie über ihm
stehenden Server weiter. Dieses geht so lange, bis schließlich ein
Eintrag aufgelöst werden kann, oder ein Root-Server gefragt werden
muß. Diese Art der Abfrage wird als
iterative Abfrage
bezeichnet.
Eine andere Form der Abfrage ist die
rekursive
Abfrage. Falls
der Nameserver den Namen nicht auflösen kann, sendet er dem Client die
Adresse des hierarchisch über ihm stehenden DNS-Servers, der dann vom
Client direkt
gefragt wird.
Die inverse Abfrage schließlich ist eine Anfrage, bei der zu
einer gegebenen IP-Adresse ein Hostname geliefert wird.
Das DNS-Caching läßt sich für
jeden DNS Server hinsichtlich der Zeitdauer, wie lange ein
Abfrageergebnis gecached wird, individuell einstellen. Seit Windows
2000 Workstation (W2K Professional) läßt sich das Caching auch auf den
Clients einstellen.
Neben dem DNS-Cache auf den Workstations und dem dynamischen DNS ist bei W2K
auch das Round-Robin-DNS
eingeführt worden. Hier sind in der Zonendatei für
einen FQDN (Fully Qualified Domain Name) mehrere IP-Adressen angegeben. Mit
dieser Konfiguration besteht die Möglichkeit eine Lastverteilung
durchzuführen. Das DNS-System liefert jeder Anfrage für einen so
konfigurierten Hostnamen eine andere IP-Adresse zurück. Hiermit ist für den
Client völlig transparent, daß die Ressourcen parallel von verschiedenen
Servern geliefert werden.
Unter W2K kann die Speicherung der DNS auch im Active Directory
erfolgen. Falls jetzt das System der primären und sekundären DNS-
Server eingehalten wird, so daß Änderungen nur von einem Rechner aus
erfolgen können, wird man beim Zonentransfer von einer
Single-Master-Replikation
sprechen. Windows 2000 bietet die
zusätzlich die Möglichkeit, daß bei einem AD basierten DNS-System
Änderungen an der DNS-Tabelle von jedem beliebigen DNS-Server
durchgeführt werden können. Dieses wird auch als
Multi-Master-Replikation bezeichnet. Wenn der DNS-Server in das
Active Directory integriert wurde besteht die Möglichkeit ACL-Listen
von Benutzeraccounts zu führen, die diese Zonen updaten dürfen
(
Allow only secure updates).
Unter NT oder Un*x erfolgt immer eine vollständige Replikation der
Zonendatei, wohingegen ein Active Directory basiertes DNS-System unter
W2K nur die Änderungen repliziert.
In gemischten Umgebungen können sowohl das herkömmliche (NT4) DNS als
auch das Active Directory basierte DNS - auf verschiedenen DNS
Servern - parallel eingesetzt werden. Wird ein Domänencontroller mit Active Directory installiert, so
wird diese Maschine zusätzlich automatisch als DNS Server
konfiguriert.
Um dem W2K- DHCP-Server zu ermöglichen die DNS-Einträge dynamisch zu
aktualisieren, die Datenbank des DNS-Servers also bei der Vergabe
einer Adresse an einen Host und bei Ablauf der Leasezeit zu ändern,
muß das System auf Active Directory aufsetzten. Die DNS- Einträge
enthalten jetzt eine Liste mit Eigenschaften, in der auch der
Eigentümer eingetragen ist, der diesen Eintrag in die Datenbank
eingefügt hat. Im Falle eines dynamischen Eintrags vom DHCP-Server
können die Einträge auch nur von diesem gelöscht werden, was in der
Praxis Probleme mit sich bringen könnte. Aus diesem Grunde wurde die
Sicherheitsgruppe
DnsUpdateProxy eingeführt. Alle Rechner die
dieser Gruppe angehören fügen Einträge in das DNS System ein, ohne
sich als Eigentümer für diesen Wert in die Datenbank einzutragen.
Diese Einträge können dann später von anderen Rechnern problemlos
wieder gelöscht werden.
W2K bietet verschiedene Möglichkeiten und Hierarchieen um die
Sicherheit und Vertrauchlichkeit der Daten im Netzwerk zu
gewährleisten.
W2K erlaubt es einer Organisation als ihre eigene CA
aufzutreten, und somit digitale Zertifikate zu erzeugen und zu
verteilen. Hier wird zwischen zwei Typen von CA's
unterschieden:
-
- Enterprise CA
- Die Form der Enterprise CA wird gewählt,
falls die Zertifizierung und Authentifizierung nur innerhalb
des logischen Netzes der Organisation gültig werden soll. Um ein
verteiltes System zu implementieren, kann eine Hierarchie mit
Root- und Subordinate CA's aufgebaut werden. Die
Zertifikate der Subordinate CA's werden dann von der eigenen Root CA
signiert. Die Enterprise CA stützt sich auf das Active Directory
und ist somit auf auf W2K-Systeme beschränkt. Alle Benutzer und
Computer müssen einen Account im AD besitzen um die Zertifikate
dieser CA nutzen zu können. In heterogenen Netzwerken (Internet)
kann diese Form daher nicht verwandt werden.
Für die Implementierung einer Enterprise CA werden neben den
administrativen Rechten am CA-Server selbst auch noch Rechte zur
Konfiguration des Active Directory und des DNS benötigt. Falls
weitere Zertifikate im Active veröffentlicht werden sollen, muß der
veröffentlichende Mitglied der Gruppe der
Zertifikationsdistributoren (?) (Cert Publisher) sein.
- Stand-alone CA
- Die Stand-alone CA wird in einem
heterogenen Netzwerk gewählt, da sie kein Active Directory für die
Funktion benötigt. Die Zertifikate können jetzt auch ausserhalb der
eigenen Organisation verteilt und eingesetzt werden. Falls
die Zertifikate der CA auch von dritten anerkannt werden sollen,
muß eine Stand-alone Subordinate CA installiert werden, die
sich wiederum von einer (externen) Root CA signieren läßt.
Innerhalb der Organsiation können die Zertifikate mit Hilfe des Active
Directory repliziert. Die PKI ist allerdings nicht in jedem Fall auf
Active Directory angewiesen. Zertifikate können auch mit Hilfe von
Webseiten oder in anderer Form verteilt werden. Die PKI wird von
Windows 2000 in Verbindung mit SSL (Secure Socket Layer) oder
IPSec (IP Security) genutzt. Mit Hilfe von Zertifikaten können
sich die einzelnen an der Kommunikation beteiligten Partner
gegeneinander authentifizieren. Die Kommunikation erfolgt dann
verschlüsselt über SSL oder IPSec.
Ein Zertifikat erlaubt die Authentifizierung eines Users oder eines
Computers. Um dieses zu nutzen, muß es auf dem Computer oder für den
Benutzeraccount installiert werden. Auf dem Computer wird ein
Zertifikat installiert, indem sich der Administrator mit dem
Administratoraccount anmeldet, die Zertifizierungsdienste installiert
und dann ein Zertifikat im Namen des Computers für diesen
anfordert. Der Computer hat dann ein Zertifikat, mit dem er sich
gegenüber anderen Stellen authentifizieren kann. Um diesen Vorgang zu
automatisieren wird eine Gruppenrichtlinie für öffentliche
Schlüssel (Public Key Group Policy) für die Domäne erstellt. Hier
wird allen gewünschten Rechnern das Recht zur Eintragung eines
Zertifikates (Enroll permission) gegeben.
Der User kann das Zertifikat von
der CA anfordern. Wie dieses geschieht ist abhängig vom Typ der CA.
Bei einer Enterprise-CA kann das Zertifikat aufgrund der Bindung an
das Active Direktory mit Hilfe eines Wizards angefordert werden. Bei
den Stand-alone CA's erfolgt dieses über eine Webseite.
Ein Enterprise CA kann
Zertifikate für verschiedene Aufgaben basierend auf Systemrichtlinien
(Policies) ausstellen. Folgende Typen von Zertifikaten sind
vordefiniert:
- Administrator
- Das Zertifikat darf für die Signierung von
Dateien, Vertrauenslisten, EFS (Encrypted File System),
Email-Verschlüsselung und für die Client-Authentifizierung genutzt
werden.
- Domain Controller
- Hiermit wird ein Zertifikat für die
Authentifizierung von Client- und Servermaschinen erstellt.
- Computer
- Hiermit wird ein Zertifikat für die
Authentifizierung von Client- und Servermaschinen erstellt.
- Basic EFS
- Das Zertifikat ist nur für die Benutzung von EFS
gültig.
- EFS Recovery Agent
- Zertifikat zur Wiederherstellung von Dateien
auf dem Encrypted File System
- User
- Gebrauch des Zertifikates für EFS, Authentifikation des
Clients und die Verschlüsselung von Email
- Web Server
- Zertifikat für die Authentifizierung eines Servers
gegenüber einem Client
Nachdem die Zertifizierungsdienste in einer Domäne installiert wurden, kann
kein Computer nur aus dieser Domäne umbenannt, hinzugefügt oder herausgenommen
werden, nachdem die Zertifizierungsdienste von diesem Rechner entfernt wurden.
Fußnoten
- ...
kann.10.1
- Achtung! Dieses ist eine Erweiterung des DNS-Systems
von Microsoft, die nicht im Standard festgelegt ist.
- ... MPPE12.1
- MPPE wird zur Verschlüsselung der Daten
eingesetzt, die bei einer PPTP- VPN Verbindung zwischen dem Client
und dem Server übertragen werden. MPPE bietet 3 Sicherheitsstufen:
40, 56 und 128 Bit.
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