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Bind





Kurze Einführung in die Konfiguration von Bind 8

Martin Werthmöller

Allgemeine Konfiguration

Hinweis: Die Beschreibungen dieser Seite beziehen sich auf die Konfiguration von Bind 8. Die Konfiguration von Bind 9 kann in einigen Details abweichen.

Logging

Die Log-Funktionen von Bind 8 werden über Kategorien eingestellt. Im allgemeinen Teil des named.conf Configfiles wird eine Logging-Funktion mit Hilfe der category Anweisung eingestellt. Was genau wo geloggt wird, legt die Definition des channels fest.

Standardeinstellung

In der Defaulteinstellung (ohne explizite Anweisungen in der named.conf) gelten die folgenden Einstellungen:

logging {
  channel default_syslog {
      syslog daemon;             # sende an syslogd
      severity info;             # Priorität info und höher
  };
  
  channel default_debug {
      file "named.run";           # in named.run im aktuellen Verzeichnis
      severity dynamic;           # je nach debug level (cmd-Line)

  category default {default_syslog; default_debug; };
}

Der channel default_debug wird nur eingeschaltet, wenn der Server explizit im Debug-Modus gestartet wird. Hier werden die Debug-Meldungen je nach Debuglevel n (-d n) in das File named.run im aktuellen Verzeichnis geschrieben.

Hier wird die Kategory default erstellt, die das Verhalten gemäß Channel default_syslog und (wenn Debugging aktiviert) default_debug des Nameservers protokolliert.

Angepasste Einstellungen

Zuerst wird ein Channel definiert, in dem festgelegt wird, was wie geloggt werden soll:

logging {
  channel my_channel {
      file "/var/log/my_named.log" versions 3 size 10m;
      print-time yes;
      print-category yes;
      severity debug 5;
      
  };
Dieser Channel loggt in /var/log/my_named.log. Wenn die Datei größer als 10MB wird, rotiert named die Datei, wobei max. 3 Versionen existieren. In das Logfile wird die aktuelle Zeit sowie die Kategorie geschrieben, über die dieser Channel loggt.

Wenn die Informationen dieses Channels geloggt werden sollen, wird eine Log-Kategorie hierfür festgelegt:

  category mycat { my_channel; default_syslog; default_debug; };
};

Die beiden Kategorien default_syslog und default_debug werden angegeben, um das normale Logging-Verhalten beizubehalten.


Zonefiles

Ein Zonefile ist wie am folgenden Beispiel aufgebaut.

; ORIGIN            Pri Nameserver   Email
example.org. IN SOA ns1.example.org. admin.example.org. (
                            5               ; Serial
                            10800           ; Refresh
                            3600            ; Retry
                            604800          ; Expire
                            86400 )         ; Minimum TTL
    
; DNS Servers
                    IN NS           ns1.example.org.
                    IN NS           ns2.example.org.

; MX Record
                    IN MX   10      mail.example.org.


; Machine Names
localhost           IN A    127.0.0.1
ns1                 IN A    3.2.1.2
ns2                 IN A    3.2.1.3
mail                IN A    3.2.1.10
@                   IN A    3.2.1.30

; Aliases
www                 IN CNAME        @

Aufbau eines Records

Ein Record (Eintrag) wird in einer Zeile mit dem folgenden Aufbau definiert:

[name] [ttl] IN <RR-Type>    <Name oder Adresse>

Der Name kann z.B. der Hostname, eine IP-Adresse oder ein Domainame (je nach RR-Typ) sein. Das TTL-Feld wird fast immer leer gelassen. In einem solchen Falle wird die Default-TTL angenommen. Falls ein hiervon abweichender Wert für diesen RR angeben werden soll, wird dieses Feld mit der entsprechenden Zahl besetzt:

www.testdomain.de.   3600    IN A    192.168.0.120

SOA Zeile

Die (meistens) erste Zeile1 definiert den Startpunkt der Zuständigkeit für eine bestimmte Zone und definiert einige die gesamte Zone betreffende Parameter.

example.org. IN SOA ns1.example.org. admin.example.org. \ 
(5 10800 3600 604800 86400)

example.org
Domainname der folgenden Zone (der ORIGIN, kann auch mit $ORIGIN adressiert werden.)
IN
Internet Zone (kann auch als Nameserver für andere Netztypen genutzt werden, die allerdings kaum oder nur begrenzt gebräuchlich sind).
SOA
RR vom Type SOA (Start Of Authority), Kennzeichnung des Beginns der Zuständigkeit für eine bestimmte Zone.
ns1.example.org.
Primärer Nameserver für die Zone.
admin.example.org.
Emailadresse des zuständigen Administrators für die Zone. Der Punkt zwischen Usernamen und Domainname wird durch das @ ersetzt.
5 ; Serial
Versionsnummer des Zonefiles, welche bei jeder Änderung hochgesetzt werden muß, damit ein Reload der Zoneninformationen wirksam wird und die sekundären Nameserver benachrichtigt werden.
10800 ; Refresh
Zeitspanne (in Sekunden), nach der der sekundäre Server prüft, ob sich die Daten auf dem primären Nameserver geändert haben.
3600 ; Retry
Falls der primäre Nameserver auf eine Zonenanfrage des sekundären Nameservers nicht geantwortet hat, wird diese Anfrage nach Retry Sekunden wiederholt.
604800 ; Expire
Wenn der sekundäre Nameserver nach dieser Zeitspanne immer noch keine aktualisierten Daten vom primären Nameserver bekommen hat, verwirft der alle Daten für die jeweilige Zone.
86400 ; Minimum TTL
Standard-TTL für einen RR Eintrag. Dieser kommt zum Tragen, wenn in einem RR explizit kein anderer Wert eingetragen ist. Entfernte Hosts und andere Nameserver cachen den Eintrag für einen RR für TTL Sekunden. Soll ein einzelner Record geändert werden, sollte dieser Eintrag vorher verringert werden. Soll eine ganze Zone geändert werden (z.B. bei Umzug einer Domain zu einem anderen ISP), kann der Defaulteintrag frühzeitig herabgesetzt werden, so daß die Cache-Zeiten gering bleiben und die nichterreichbarkeit einzelner Zonen möglichst gering bleibt.

NS Records

; DNS Servers
                    IN NS           ns1.example.org.
                    IN NS           ns2.example.org.
(Name-Spalte darf nicht belegt werden) Die Zeilen mit dem Resource Record vom Typ NS geben die autoritativen Nameserver für die Zone an.

A Records

Die A Records bilden die Hostnamen auf Adressen ab:
mail                IN A    3.2.1.10
@                   IN A    3.2.1.30
Wichtig auch hier, daß an Namen ohne Root-Punkt der komplette ORIGIN angehängt wird. Die TTL kann bei Bedarf eingefügt werden.

Aliases (CNAME)

Der CNAME- RR definiert einen Alias für einen A-Record. Er ist sozusagen ein Verweis auf den A-Record, der wiederum auf eine IP-Adresse abgebildet wird:
www2                IN CNAME    www.testdomain.org.

MX (Mail Exchanger)

Ein MX-Record definiert den für die (Sub-) Domain zuständigen Mail- (SMTP) Server.
                    IN MX  10  smtp.testdomain.org.
                    IN MX  20  smtp2.testdomain.org.
(Name-Spalte darf nicht belegt werden)

Die Werte nach dem MX geben die Präferenz (Reihenfolge) der Mailserver an. Wenn der Server mit der niedrigsten Präferenz nicht erreichbar ist, wird versucht, denjenigen mit der nächst höheren zu kontaktieren.

PTR Record

Der PTR- Record bildet die IP-Adresse auf einen Hostnamen ab. Über diese Einträge wird der Reverse-Lookup abgewickelt.
80.1.168.192.in-addr.arpa.      IN PTR  www.testdomain.org.
Der Hostname muß immer voll qualifiziert sein, da er nicht relativ zur in-addr.arpa. Domain liegen kann.

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